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Aufgepasst: Kampf GEGEN die Gleichberechtigung im Internet

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Ein langweiliges Wort, das ihr euch bitte alle merken müsst: Netzneutralität. So wie ihr wisst, dass Mitochondrien die Kraftwerke der Zellen sind, solltet ihr euch merken, dass Netzneutralität euch zu interessieren hat. Weil wir euch lieb haben (und gut kennen), machen wir es so kurz wie möglich:

Was ist das?

Netzneutralität bedeutet, dass alle Daten im Internet mit der gleichen Priorität behandelt werden. Also ist es völlig egal, ob Tante Elke ein Katzenfoto schickt oder Angela Merkel ein Verhandlungspapier an Martin Schulz, beides wird mit der gleichen Geschwindigkeit durch das Netz geschickt.

Warum ist es aktuell?

Weil „Net Neutrality“ in den USA gerade auf der Kippe steht. Unter der Leitung von Ajit Pai will die US Aufsichtsbehörde FCC mehr Wettbewerb schaffen, da angeblich zu hohe Verluste bei Netzbetreibern zu verzeichnen sind. Witzige und völlig nebensächliche Trivialinfo: Ajit Pai arbeitete zuvor für Verizon, einem Netzbetreiber mit hohem Interesse an der Auflösung von Netzneutralität.

Welche Folgen sind zu befürchten?

Stellt euch vor, ihr als Studierende, könntet euch nur das billigste Internet leisten. Solange ihr Empfang habt, läuft alles wie geschmiert. Ohne Netzneutralität stehen den Unternehmen aber dutzende Regulierungsmöglichkeiten offen- bei euch persönlich oder bei anderen Diensten. Euer Anbieter hat einen Disput mit Netflix? Stellt euch auf Buffering ein. Euer Anbieter findet das Katzenfoto nicht so wichtig? Dann werden alle anderen Fotos von Tante Elkes Katze bevorzugt behandelt.
Langfristig kann (es sei denn man glaubt an die Ehre und den Anstand von Unternehmen) der Wegfall von Netzneutralität das Wunder des Internets, das uns wenigstens auf einer Ebene alle gleich behandelt, in Gefahr geraten lassen. Betreiber könnten sogar ganze Seiten sperren, wenn ihnen die Richtlinien und AGBs oder Inhalte nicht gefallen.

Wie ist die Situation in Deutschland?

Schön. Bisher. Wenn Anbieter in Deutschland gegen die Netzneutralität verstoßen, werden sie mit Bußgeldern bestraft. Theoretisch. Beispiel Vodafone: Hier wird ein Dienst angeboten, bei dem weniger oder keine Daten bei bestimmten Streamingdiensten verbraucht werden. Damit werden allerdings all diejenigen Dienste ungleich behandelt, die von Vodafone nicht in den Deal aufgenommen wurden.

Hin und wieder flackert auch in Deutschland eine kleine Randdiskussion auf. Ein offenerer Wettbewerb könne die Wirtschaft beleben und mehr Geld für die Infrastruktur freimachen. Theoretisch. Denn offener Wettbewerb bedeutet auch, dass Anbieter nicht in ländlichen Gegenden investieren müssen. Und bestimmt wird niemand lockere Regulierungen zur Beschränkung der Meinungsfreiheit nutzen. Total absolut überhaupt gar nicht.

Unsere Meinung: Das Internet muss offen bleiben. Auf keinen Fall darf es geschehen, dass Wikipedia kurz vor Abgabe der Seminararbeiten bei anderen schneller funktioniert als bei uns selbst. Also Augen offen halten und kritisch bleiben, wann immer jemand an der Netzneutralität rüttelt.

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