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Kaffee kochen für lau: Machen Praktika uns kaputt?

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In jedem Studium sind sie der Grundpfeiler für Erfahrungen in der Berufswelt: Praktika. Während eines Praktikums knüpfen wir erste Kontakte, finden uns in möglichen Zukunftsperspektiven erstmals zurecht und lernen die harte Lebensrealität kennen. Letzteres geschieht aber leider oft in einem ausbeuterischen Ausmaß, das über die Grenzen des normalen Arbeitsalltags weit hinausgeht. Praktikanten werden – wenn überhaupt – meistens nur sehr schlecht bezahlt, obwohl sie meistens genauso hart arbeiten wie gewöhnliche Angestellte. Sie müssen oft lästige Aufgaben übernehmen, für die sich alle anderen zu schade sind und die gar nichts mit dem eigentlichen Job zu tun haben. Am Ende des Tages sind Praktikanten in vielen Fällen nur billige Arbeitskräfte, die die Unternehmen schamlos ausnutzen, um eine Menge Geld zu sparen. Aber wie weit sollten wir uns diese traurige Realität gefallen lassen?

Kaffemaschine
Im Bild: Das Hauptarbeitsgerät vieler Praktikanten.

Auf dem Papier ist es erstmal einfach, bei Firmen mit solchen Vorgehensweisen gar nicht erst anzufangen oder schnell wieder auszusteigen, wenn einem die dortigen Bedingungen nicht gefallen. In der Praxis ist das aber gar nicht mal so leicht, weil gute Alternativen in vielen Branchen wirklich rar gesät sind. Unternehmen sind schließlich überhaupt erst in der Lage, derartig mit ihren Praktikanten umzugehen, weil sie über eine gewisse Machtposition verfügen. In fast allen Berufen sind Praktika essentiell, um später einmal Aussichten auf eine Stelle zu haben. Die Firmen wissen von dieser Abhängigkeit und können es sich deshalb erlauben, ihre Praktikanten schlechter zu behandeln als Festangestellte. Praktika gelten schließlich sowieso immer nur für eine begrenzte Zeit. Da sinkt die Hemmschwelle sich zu beschweren, wenn man weiß, dass in ein paar Monaten eh alles vorbei sein wird.

Falscher Weg
Wofür soll man sich da entscheiden?

Einen richtig einfachen Ausweg aus so einer Situation gibt es für Praktikanten also nicht. Dennoch dürft ihr nicht vergessen, unsere Ehre zu bewahren. Dabei solltet ihr einmal ganz egoistisch vorgehen und die Vor- und Nachteile des Praktikums abwägen. Nützt euch die Erfahrung in dem Unternehmen später viel? Könnt ihr euch vorstellen, später vielleicht sogar für speziell diese Firma zu arbeiten? Macht euch die Arbeit in dem Unternehmen Spaß? Fühlt ihr euch wohl, wenn ihr morgens ins Büro kommt? Wenn ihr eine dieser Fragen mit Ja beantworten könnt, kann es unter Umständen ratsam sein, trotz eventuell schlechter Faktoren erst einmal die Füße still zu halten. Natürlich solltet ihr euch auf keinen Fall alles gefallen lassen, aber wenn ihr am Ende der Zeit mit einem persönlichen Vorteil aus der Sache scheiden könnt, könnt ihr immerhin guten Gewissens sagen, dass die Anstrengungen sich gelohnt haben.

Abgekämpft
„Aber immerhin ist mein Zeugnis gut!“

Sind eure eigenen Errungenschaften aus der Zusammenarbeit aber letztendlich gering und ihr werdet trotzdem wie Dreck behandelt, dann werdet unbedingt tätig! So ganz machtlos sind Praktikanten nämlich in vielen Fällen doch nicht. Zahlreiche Unternehmen bauen ihre ganze Firmenstruktur um Praktikanten herum und sind daher auf eure Arbeitskraft angewiesen. Deswegen zögert nicht, euch zu beschweren und für eine bessere Situation zu kämpfen. Wenn alles nichts hilft, brecht das Praktikum ab. Praktikant zu sein hat nämlich auch annehmbare Seiten – unter anderem die, dass man das Arbeitsverhältnis normalerweise von einem auf den anderen Tag beenden kann.

Chef
Mit denen kann man ruhig reden.

Das Praktikanten-Dasein kann man manchmal wirklich lästig sein, versucht aber immer, das beste für euch aus dieser Zeit herauszuziehen. Auch wenn die Lage manchmal nicht sehr rosig aussieht: Praktika können tatsächlich unheimlich viel Spaß machen und nicht nur in der Karriere, sondern auch für den persönlichen Horizont eine Bereicherung sein. Also belohnt diejenigen, die es richtig machen, und legt euch für sie ins Zeug. Dann könnt ihr am Ende des Tages mit einem Lächeln in den Feierabend gehen.

Was für Erfahrungen habt ihr bisher mit Praktika gemacht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

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