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Engagement

Bewege was! Warum du dich im Studium engagieren solltest

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Das Klischee des Studierenden ist nicht unbedingt das eines eifrig-emsigen Weltverbesserers. In der Öffentlichkeitswahrnehmung sind wir immer noch faule Hänger, die nach ihrem Abitur erstmal drei Jahre abhängen und nebenbei einen lukrativen Abschluss einsacken wollen. Über das kapitalistische System mosern haben wir zwar drauf, aber letztendlich sind wir doch nur antrieblos kiffende Hippies, die den Tag lieber eingepfercht im Bett verbringen. Mit Blick auf unseren Stundenplan können wir zwar meistens ziemlich leicht widerlegen, dass diese Vorurteile zutreffen, ganz von ungefähr kommen sie aber doch nicht. Schließlich scheint die Uni für uns immer mehr zum Ort zu werden, an dem wir brav unsere Pflichten erfüllen, ohne dabei über den Tellerrand hinauszublicken.

Faulheit
Der Student anno 2018?

Belege dafür zeigen sich zum Beispiel bei den so wichtigen Wahlen des Studierendenparlaments, die regelmäßig Beteiligungen von unter zwanzig Prozent erreichen. Hand auf’s Herz: Wer von euch weiß eigentlich genau, welche Parteien dort aktuell Sitze haben? Bei Bundestagswahlen beschweren wir uns bei einer Beteiligung von 60 Prozent schon über Politikverdrossenheit, an Hochschulen wären solche Ergebnisse wie ein Sechser im Lotto. Woran liegt es, dass wir uns an der Uni so wenig über unseren eigenen Kosmos hinaus beteiligen?

Wahl
Nur 15,41 Prozent gaben bei der letzten StuPa-Wahl ihre Stimme ab.

Vielleicht, weil sich eine Universität immer noch ein wenig wie eine Schule anfühlt. Und unser Schülerrat konnte damals auch nicht viel mehr reißen, als beim alljährlichen Sommerfest die Getränke auszuschenken. In den Köpfen vieler Studierender erfüllt das Studierendenparlament genau diese Rolle. Die Rolle eines Kommunalgremiums ohne nennenswerten Einfluss, wichtige Themen oder unverzichtbare Aufgabengebiete. Aber das ist zu kurz gedacht, weil eine Universität an sich schon eine entscheidende Aufgabe im Fortschritt einer Gesellschaft spielt. Hier wird Forschung betrieben, die wegweisend für die Zukunft von uns allen ist und die bestimmt, wie wir später leben werden. Es ist von maßgeblicher Bedeutung, sich kritisch an diesen Vorgängen zu beteiligen. Und dafür brauchen wir nicht nur ein Studierendenparlament, sondern das Engagement jedes Einzelnen. Wie wichtig Hochschulpolitik werden kann, hat in diesem Jahr zum Beispiel die Besetzung der ehemaligen Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik gezeigt.

HWP besetzt
HWP besetzt – ein politischer Weckruf?

Es ist dabei gar nicht mal zwangsläufig notwendig, sich direkt und aktiv im Parlament zu beteiligen. Engagement an der Uni kann wie in jedem Lebensbereich in sehr viel kleineren Dimensionen anfangen und trotzdem wirken. Geht zum Beispiel einfach mal wählen und informiert euch, welche Parteien es gibt und welche eure persönlichen Interessen vertreten. Tragt zu aktuellen Wissenschaftsdebatten in eurem Fachbereich bei. Tretet studentischen Vereinen bei, die sich zum Beispiel für mehr Nachhaltigkeit oder ein besseres soziales Umfeld einsetzen. Nehmt an Diskussionen in den Freiräumen teil, zum Beispiel im Café Knallhart. Beteiligt euch an kulturellen Aktivitäten an der Uni, spielt in Theatergruppen mit, werdet Mitglied des Universitätsorchesters. Man kann die Gesellschaft in vielerlei Hinsicht bereichern.

Im Kleinen
Engagement fängt im Kleinen an.

Auch wenn die Hochschulen in ihrem Lehrplan immer stringenter und getakteter werden und uns das Leben außerhalb dieser Strukturen so immer komplizierter machen: Wir selbst müssen uns die Chance geben, etwas außerhalb unseres Egos zu bewegen. Und eine bessere Zeit als das Studium bekommt man für solche Aktivitäten vielleicht nie wieder.

Engagiert ihr euch an eurer Uni? Und wenn ja, wie? Schreibt es uns in die Kommentare!

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