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#wirsindmehr: „Merkel muss weg“-Demonstranten geben auf

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Vor einigen Monaten sah es kurz so aus, als müssten auch wir in Hamburg uns langfristig mit der Entstehung einer Pegida-ähnlichen Gruppierung herumschlagen. Unter dem oberflächlich gemäßigten Wahlspruch „Merkel muss weg“ versammelten sich immer mehr Demonstranten mit eindeutigen rechtsextremen Tendenzen. Entsprechend kritisch wurde die Organisation vom Verfassungsschutz beäugt. Lange hielt der Spuk nicht an: Nach einiger Zeit wöchentlicher Proteste zogen sich die Initiatoren der Demos angesichts des stets großen Gegenprotests zurück.

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Die Ereignisse in Chemnitz hatten allerdings kürzlich wieder für frischen Wind in den Segeln der Demonstranten gesorgt. Am 5. September fand erneut eine „Merkel muss weg“-Demonstration statt, zu der insgesamt 178 Teilnehmer kamen. Der Gegenprotest zahlreicher Hamburger und Hamburgerinnen war dabei überwältigend: Mehr als 10.000 Menschen stellten sich Fremdenfeindlichkeit und Rassismus entgegen – ein Zeichen schier übermächtiger Solidarität, das beweist, dass der in Chemnitz ins Leben gerufene Wahlspruch „Wir sind mehr“ zumindest in der Hansestadt zum Glück der Wahrheit entspricht. Die Demonstration wird zum Glück auch von nur wenigen Zwischenfällen gestört, die das Bild einer friedlich-gemeinschaftlichen Gegenbewegung ankratzen. Steinwürfe und Übergriffe müssten trotz allem nicht sein.

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Der Erfolg dieses Tages lässt sich nun auch in Ergebnissen bemessen: Eigentlich hatten die „Merkel muss weg“-Initiatoren angekündigt, von nun an wieder monatlich auf die Straße zu gehen. Hamburger Innensenator Andy Grote twitterte aber nun, dass die Kundgebung für Oktober wieder abgesagt wurde. Das muss zwar noch nicht bedeuten, dass die Rechtsextremen endgültig von der Bildfläche verschwinden werden, ein wichtiger Schritt ist damit allerdings getan. Wer sich nicht mehr öffentlich Gehör verschafft, der kann nur schwer weiter wachsen – und das ist in diesem Fall mehr als wertvoll.

Das Schönste an dieser Entwicklung in der Hansestadt ist, dass sie als Positivbeispiel dienen kann, für das es sich lohnt, auf die Straße zu gehen. Die Diskussionen um das „#wirsindmehr“-Konzert in Chemnitz haben gezeigt, dass die Wichtigkeit von politischem Aktivismus und antifaschistischen Aktionen in vielen Gesellschaftsteilen immer noch als redundant negiert wird. Ereignisse wie die in Hamburg zeigen aber, dass jeder Meter helfen kann, den man Nazis und Fremdenfeinden entzieht – und deswegen dürfen wir nicht aufhören, uns ihnen in den Weg zu stellen.

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