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Was sich beim HVV in den kommenden Jahren ändern wird

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Traditionell zum Jahresende ist der HVV mal wieder in aller Munde. Die obligatorische Preiserhöhung bleibt auch 2019 nicht aus, und dieses Mal ist sie besonders hoch. Mit einem Anstieg von durchschnittlich 2,1 Prozent liegt die Erhöhung mal wieder über der Inflationsrate. Der HVV argumentiert mit erhöhten Kosten für Diesel und Strom, auch das Personal sei teurer geworden. Dennoch macht sich bei den Nutzern der öffentlichen Verkehrsmittel in Hamburg Unmut breit. Womit kann der HVV die jährliche Preiserhöhung rechtfertigen? Welche Projekte erwarten uns, die uns auf unserem regelmäßigen Weg durch die Stadt den Alltag erleichtern sollen? Wir werfen einen Blick in die Zukunft.

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Ein sehr einfach zu erklärender Grund für den Preisanstieg ist die zukünftig höhere Frequentierung einiger Linien. In den letzten Jahren verzeichnete der HVV einen zunehmenden Anstieg in den Fahrgastzahlen. Darauf reagiert das Unternehmen mit mehr Zügen als bisher: Die U3 fährt zum Beispiel ab Dezember alle drei Minuten, auch die U1, S3 und S31 werden zukünftig öfter fahren.  Sämtliche Kurzzüge werden außerdem durch Bahnen in voller Länge ersetzt, damit mehr Platz für Fahrgäste ist. Auch einige Buslinien werden verlängert. Der HVV hat für seine Flotte 90 große Busse mit je 125 Plätzen bestellt. Einige davon werden unter anderem auch in der Linie 5 eingesetzt werden, die direkt am Hauptcampus der Universität Hamburg Halt macht.

Etwas suspekt wirkt da das Engagement des Unternehmens im Bereich Elektrobusse. Erst gestern hatte das Unternehmen seinen erstes serienreifes E-Fahrzeug vorgestellt. Bis 2030 sollen alle Busse nur noch mit Elektromotor fahren, dazu sollen ab 2020 nur noch derartige Modelle und keine Dieselfahrzeuge bestellt werden. Es ist deswegen fragwürdig, warum der HVV kurz vor dieser Frist noch einmal zahlreiche Dieselbusse bestellen musste. Ob diese noch lohnenswert werden und das Geld nicht in nachhaltigere Techniken hätte fließen können, ist zumindest diskussionswürdig.

Weiterhin beschäftigt sich der HVV mit einem erneuerten Fahrkartensystem. Zukünftig sollen Busse und Bahnen über eine App auf eurem Smartphone automatisch erkennen können, wenn ihr ein Transportmittel betreten habt. Die Bezahlung der Fahrkarten wird dann für euch automatisch am kommenden Tag übernommen – das System rechnet für euch den günstigsten Tarif aus. 2021 soll diese Funktion im gesamten HVV-Netz greifen, sie bleibt aber optional. Fahrkarten werdet ihr weiterhin auch am Automaten physisch erwerben können.

HVV

Die Änderungen des HVV klingen grundsätzlich sinnvoll. Gerade in puncto Nachhaltigkeit muss der öffentliche Nahverkehr dringend aufgerüstet werden. Dennoch ist es fragwürdig, diese Unkosten stets auf den Verbraucher umzuwälzen. Viele sind schließlich auf den HVV als Transportmittel angewiesen und haben gar keine andere Wahl, als die Preiserhöhung mitzumachen. Hier wäre es vor allem an der Stadt, solche Projekte zu fördern. In Hamburg sieht es dahingehend momentan nicht gut aus: Die Hansestadt fördert ihre Öffentlichen bundesweit am schlechtesten und fährt ihre Beteiligung sogar noch zurück – nur noch 27 Prozent des Umsatzes bezahlt die Stadt, 2011 hatte die Quote noch bei 32 Prozent gelegen.

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