Informationsportal für Studierende in Hamburg

Kinderarbeit!!1

Zwischen den Festen: Im Nirvana des ambivalenten Nichtstuns

in Studium von

Wozu haben wir eigentlich die weihnachtlichen „Semesterferien“? Sind sie, wie der Name schon sagt, unser Quell der Freiheit und des Loslassens, eine inspirierende Zeit, um den Kopf freizukriegen und einmal alle Fünfe gerade sein zu lassen? Oder stellen sie doch die Wochen dar, in denen wir uns ganz fokussiert auf unsere Klausuren im neuen Jahr vorbereiten können, weil wir endlich mal nicht von Vorlesung zu Vorlesung hetzen müssen? Diese Frage stellen sich gerade wohl eine ganze Menge Studierende in ganz Deutschland, die nicht so recht wissen, wie sie ihr schlechtes Gewissen an den Feiertagen besänftigen können. Gerade jetzt, in der Zeit zwischen Sylvester und Weihnachten ist das Dilemma besonders groß. De facto gibt es gerade keinen Feiertag, mit dem wir uns von der Arbeit befreien könnten – und doch steht mit dem neuen Jahr der nächste freie Tag eigentlich schon vor der Haustür.

Irgendwie ist es ja auch bitter, dass wir mittlerweile so eingenommen von all dem Arbeitstrott in der Uni sind, dass wir uns manchmal kaum freie Tage gönnen können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Sind wir in unseren jungen Jahren tatsächlich schon so im Hamsterrad des durchgetakteten Working Flows angekommen, dass sich jede freie Minute wie verschwendete Zeit anfühlt? Das wäre ein gar apokalyptischer Zustand. Hundert Prozent der Realität entspricht er ganz sicher auch nicht, denn zu einem solchen zwiegespaltenen Delirium gehören auch immer zwei Seiten. Natürlich haben wir in der Klausurphase manchmal größere Arbeitstürme, als ein Mensch in einem Monat bewältigen könnte, aber vielleicht wären diese auch gar nicht so groß, wenn wir das Semester über vernünftig geplant hätten und nicht unsere übliche Netflix-Prokrastination vorgeschoben hätten.

Aufschieben

So oder so stehen wir in den Weihnachtstagen und der darauffolgenden Ferienzeit fast immer vor einem kleinen Trümmerhaufen. Uns bleibt jetzt nur die nüchterne Betrachtung der aktuellen Lage, denn Selbstreflektion ist der erste Schritt zur Besserung. Sind wir selbst an dem Chaos Schuld? Dann ziehen wir für die kommenden Semester vielleicht die Lehre, unsere Arbeit zukünftig verteilter anzugehen. Oder haben wir tatsächlich vernünftig gearbeitet und die Uni halst uns einfach viel zu viel auf? Dann habt ihr die offizielle Erlaubnis, eure Professoren zu verfluchen und wohl keine andere Wahl, als die Zähne zusammenzubeißen. Oder ihr netflixt eben noch, bis das neue Jahr kommt. Wir wollen ja nichts überstürzen.

Facebookredditpinterestmail
Facebookrss

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Neueste von Studium

nach Oben