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Ist das euer Ernst? Ein Rant über Stabi-Platzreservierer

Eigentlich bin ich ja echt ein besonnener Kerl. Klausurenphase und Hausarbeiten können mich kaum stressen, beruflich bin ich einiges an Belastung gewohnt und auch im Privatleben erfülle ich eher die Rolle eines beruhigenden Vermittlers als die eines konfrontativen Konfliktsuchers. Insofern braucht es schon ein ganz gewaltiges Ausmaß an Nerv-Faktoren, um mich zum Nörgeln zu bringen. Aber jetzt bin ich auch mal dran. Ich werde mich schließlich mal beschweren dürfen, wenn es mir in der Stabi noch nicht einmal vergönnt ist, einen Sitzplatz zu finden. Dabei kann ich mich natürlich nur zum Teil darüber beschweren, dass so viele Studis gerade einen ruhigen Ort zum Lernen suchen. Das tue ich ja logischerweise genau so, und dass die Stabi gerade ihre Lesesäle umbaut und deswegen nur wenig Platz zur Verfügung hat, ist zwar nervig, aber erfüllt irgendwo wenigstens einen Zweck. Was aber nicht geht, sind die Leute, die ihren heiß erkämpften Platz gar nicht nutzen.

Natürlich verstehe ich auch, dass man bei einer oft den ganzen Tag andauernden Büffel-Session mal kurz weg muss. Wenn jemand schnell auf Toilette muss und seine Schreibsachen deswegen kurz auf seinem Tisch zurücklässt – überhaupt kein Thema. Auch, wer ganz schnell mal in die Mensa rüber muss, um sich fix eine Nudelbox to go reinzuschaufeln, dem kann ich das kurzzeitige Zurücklassen seiner Materialien noch gestatten. Wenn eine Lerngruppe aber stundenlang weg ist und mit ihren ausgebreiteten Notizen teilweise acht Plätze besetzt, könnte mir echt der Hut hochgehen. Wie asozial kann man bitte sein? Die Lesesäle sind sowieso schon komplett überfüllt, gerade deswegen halten es wohl viele auch für notwendig, ihren hart erkämpften Platz dauerhaft zu besetzen. Allerdings ist das Finden eines Platzes ja gerade so schwer, weil ein Drittel aller Tische von irgendwelchen nicht anwesenden Geister-Studis belegt ist.

Was dem Urlauber sein Handtuch ist, ist dem Stabi-Benutzer seine Zettelwirtschaft.

Den Schluss, den man daraus ziehen könnte, wäre nun, dass es vielleicht gesünder für alle wäre, seinen Platz bei jedem längeren Verlassen zu räumen. Tatsächlich ist das in den Lesesälen der Stabi auch genau so vorgeschrieben. Aber natürlich erfüllt jeder hier das deutscheste aller Klischees und sichert seinen Platz mit seinem Handtu… mit seinen Zetteln. Niemand will beim Umherirren durch die Bibliotheksräume der Arsch sein, der das Zeug der Anderen einfach mal wegräumt – und das Bibliothekspersonal selbst hat darauf wohl auch keine Lust. In erster Linie sollte sich aber auch niemand anderes als die Verursacher selbst dafür verantwortlich fühlen. Also, Freunde der Sonne – macht doch einfach mal den Platz frei!

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