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Exzellenz-Uni Hamburg: Was bedeutet das eigentlich?

Abschluss

Nachdem wir Studis gefühlte Ewigkeiten einer Tortur aus Renovierungen und Raumverlegungen ausgesetzt waren, damit die Uni Hamburg für das hochwichtige Auswahlverfahren schick aussieht, ist es nun also geschafft: Die Universität Hamburg ist offiziell „exzellent“. Am vergangenen Freitag traf diese Entscheidung ein Gremium in Bonn, das neben der Bildungsstätte in unserer Hansestadt auch noch neun weitere Unis und einen Universitätsverbund in Deutschland mit diesem Status auszeichnete. In der Endrunde waren insgesamt 19 verschiedene Kandidaten gewesen, leer ging unter anderem die Universität in Kiel aus. Das alles klingt nach einem großen Erfolg – aber was genau bedeutet das eigentlich für uns? Was steckt hinter der Exzellenzstrategie und welche Vorteile werden davon in unserem Studi-Alltag in Erscheinung treten?

In erster Linie geht es bei der Exzellenzstrategie natürlich mal wieder um eines: Geld. 2005 startete das bundesweite Programm parallel zum Bologna-Prozess, der für unser heutiges Bachelor-Master-System verantwortlich ist. Deutschland reagierte mit den damals noch als „Exzellenzinitiative“ betitelten Förderungsmaßnahmen auf die Forderungen des Lissabon-Programms, das Europa bis 2010 zum wissensgestütztesten Wirtschaftsraum der Welt machen wollte. Die Exzellenzinitiative förderte Projekte dazu nach drei Kategorien: Den „Zukunftskonzepten“, die den Entwicklungen einer gesamten Universität zuträglich sein sollten, den „Exzellenzclustern“, die die Erforschung eines bestimmten Interessengebiets unterstützte sowie die „Graduiertenschulen“, die die Förderung von Doktoranden beinhaltete. Mit dem erneuerten Konzept der „Exzellenzstrategie“ gibt es nun nur noch zwei Förderungsbereiche: die „Exzellenzcluster“ und die „Exzellenzuniversitäten“. In ersterem Gebiet war die Universität Hamburg bereits im vergangenen Jahr erfolgreich gewesen und hatte gleich Fördermittel für vier verschiedene Projekte eingeheimst. Seit Freitag darf sich die Uni dazu nun auch noch „Exzellenzuniversität“ nennen. Sie kann damit in den nächsten sieben Jahren mit rund 100 Millionen Euro rechnen – die sollen in 24 verschiedene Projekte fließen, die die Uni im Vorfeld ihrer Bewerbung bereits dezidiert benennen musste.

Konkret gehen diese Fördermittel natürlich vor allem in die Forschung, was aber auch zu unserem Vorteil geschehen kann. So sollen etwa elf zusätzliche Professuren besetzt werden, außerdem sollen mehrere Gastwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen für einen begrenzten Zeitraum an der Universität tätig sein. Außerdem soll eine Agentur finanziert werden, die der Wirtschaft mehr Zugriff auf die Forschung ermöglicht, sowie ein Risikofonds, der Sicherheit für gewagte Projekte gewährleistet. Universitäts-Präsident Dieter Lenzen erklärte außerdem, er wolle für jeden Studiengang einen „allgemeinbildenden Teil“ anbieten.

Trotz der vielen Förderungsvorzüge gibt es an der Exzellenzstrategie auch Kritik, so etwa vom AStA der Universität Hamburg. Dabei geht es weniger um die konkreten Vorhaben der Universität, sondern vor allem um das Konzept der Exzellenzstrategie an sich, denn Kritiker befürchten durch die Förderung einzelner Institutionen einen Kampf zwischen den verschiedenen Forschungsstätten. Forschung solle aber nicht in einem Zwei-Klassen-System funktionieren, sondern gänzlich kooperativ ablaufen – nur so kann schließlich die beste Zusammenarbeit im Dialog der Wissenschaft gewährleistet werden.

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