StudentsStudents Hamburg

Blockseminar exposed: Die ultimative Form der Prokrastination

Gruppenarbeit

Dass wir Studis wirklich super im Aufschieben sind, muss man wirklich keinem mehr erzählen. Meistens sind wir uns der Konsequenz dieser Verhaltensweise durchaus bewusst, nehmen sie aber für ein bisschen Scheinentspannung aber willens in Kauf. Für eine Woche mehr Nichtstun nehmen wir die fünf Tage Dauerstress beim Hausarbeiten schreiben gerne in Kauf, für Klausuren saugen wir gern den Stoff von drei Lernbüchern in einer Nacht in uns auf, damit wir dafür bloß keinen Finger krumm machen müssen. Das kann man ziemlich bescheuert finden – oder eben effizient. Bemerkenswert ist, dass es für dieses Prokrastinationsphänomen mittlerweile sogar eine entsprechende Veranstaltungsform gibt – und nein, ich rede nicht von der langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten, die realistischerweise eigentlich frühestens zwei Tage vor Semesterende stattfinden dürfte und nicht einen ganzen Monat vor dem typischen Abgabetermin. Die Rede ist vielmehr vom Blockseminar.

Denn dieses ist im Grunde ein fast schon geniales Marketing-Konzept, das genau auf die Bedürfnisse von uns aufschiebenden Studis zugeschnitten ist. Normale Seminare und Vorlesungen lehren uns, dass es klug ist, kontinuierlich am Stoff zu arbeiten und regelmäßig in kleinen Häppchen zu lernen, anstatt alles an einem Stück durchzuballern. Das Blockseminar funktioniert genau andersherum: Hier erarbeiten wir uns alles am Stück und geben teilweise unser Wochenende auf, um ein Thema möglichst schnell hinter uns zu bringen. Das erfordert für diese Tage große Disziplin und Konzentration – aber hey, immerhin müssen wir uns dafür sonst kaum darum kümmern, nicht wahr?

Im Grunde sind Blockseminare deswegen auch ein Zeugnis unseres eigenen Arbeitsethos – aber eben auch ein Beweis dafür, dass unsere Dozenten nicht besser sind als wir. Irgendwie doch auch ein schönes Zeichen. Manch einer mag das vielleicht etwas missmutig bewerten – man kann aber auch eingestehen, dass wir wahrscheinlich sogar ein ganzes Semester in einer Woche abhaken würden, wenn wir die Chance dazu hätten. Mehr Blockseminare braucht die Uni. Aber erst morgen.

Facebookredditpinterestmail
Facebookrss

Schreibe einen Kommentar