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„Genieß die Schulzeit, besser wird’s nicht!“

Chef

Wenn wir als Kinder mal wieder keine Lust auf die nächste Mathearbeit hatten, haben wir uns vor unseren Eltern immer gerne ein bisschen nörgelig gegeben. Schule ist doch eh nur bescheuert, man lernt da eh nichts, was man später fürs Leben braucht, die Lehrer bewerten komplett unfair. Wenn ihr schon mal in diesem Mecker-Modus wart, dann ist die Chance relativ hoch, dass ihr von einem neunmalklugen Erwachsenen den in der Überschrift genannten Satz gehört habt. Die Intention hinter diesem Tadel ist wohl, dass ihr eure aktuelle Lebenssituation wertschätzen sollt. Dabei ist sie in Wahrheit nur eine absolute Entmutigung für jeden, der sich auf die Zeit nach der Schule gefreut hat und noch viel mehr an diejenigen, die sich auf dem Gymnasium wirklich nicht wohlfühlen.

Falls ihr gerade zur Schule geht und diesen Satz schon mal gehört habt: Lasst euch sagen, dass nach der Schule sehr wohl alles besser wird. Zumindest, wenn ihr es richtig angeht. Egal, ob ihr eine Ausbildung, ein Studium, ein Auslandsjahr oder ein FSJ angeht – die Macht eine freie Entscheidung über euer Leben treffen zu können, ist unheimlich befreiend. Ihr könnt bewusst etwas wählen, was euren Bedürfnissen entspricht und müsst nicht wie in der Schule noch hundert andere Dinge mitschleppen, auf die ihr gar keinen Bock habt. Also ja, alles, was ihr euch ausmalt, stimmt: Die Schule ist wirklich blöd und es wird alles besser!

Es ist so wichtig das hervorzuheben, weil viele Menschen wohl entweder wegen schlechter Erfahrungen oder wegen falscher Glorifizierung der Vergangenheit nicht begreifen, dass der Zukunft auch ein Zauber innewohnen kann und dass es auch mal berechtigt sein kann, wenn Schüler nicht glücklich mit ihrer gegenwärtigen Situation sind. Der Witz ist ja, dass dieser Spruch nach der Schulzeit nicht aufhört – auch, wer sich über das Studium beschwert, kriegt gerne zu hören, dass das Arbeitsleben nicht angenehmer wird. Zugegeben: Der Autor dieses Artikels kann diese Aussage zum gegenwärtigen Zeitpunkt seines Lebens mangels Erfahrung nicht bewerten. Aber wer von vorneherein ausschließt, dass es im nächsten Lebensabschnitt besser wird, der nimmt sich gleich die Motivation, sich für seine Ziele anzustrengen. Und das ist der ganz falsche Weg.

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