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„Heute bleibe ich mal Heim!“ Warum das Homeoffice eine Katastrophe ist

Wir alle sind nicht mehr in der Schule und haben deswegen das Privileg, unseren Arbeitsalltag halbwegs frei gestalten zu können. Als Studis müssen wir nicht mehr zwingend dauernd an irgendeinem Ort sein, wir studieren wann und wo wir wollen. Ein absoluter Traum wird wahr, den uns dubiose Anzeigen im Internet schon lange mit blumigen Worten versprechen: Wir erledigen alles von zu Hause aus. Das Homeoffice ist das neue Ding in unserer coolen, vernetzten Welt, in der alles dezentral gesteuert wird. Die SPD forderte Anfang des Jahres sogar, das Recht auf Homeoffice gesetzlich zu verankern. Dabei übersehen die Menschen aber: Das Homeoffice ist eigentlich eine ganz schön furchtbare Idee.

Das weiß jeder Studi, der es schon mal ausprobiert hat und nicht die Konzentrationsstärke eines tibetanischen Mönchs besitzt. Wer im Homeoffice arbeitet, der sieht sich zahlreichen Ablenkungen ausgesetzt. Das Zimmer könnte man ja mal wieder aufräumen, das Video von Lieblingsyoutuber XY lässt sich noch schnell einschieben, bevor man WIRKLICH anfängt zu arbeiten. Zu Hause ist die Küche direkt um die Ecke, die Mitbewohner haben Lust auf eine gemeinsame WG-Aktion und die Hauskatze verlangt nach kuscheliger Aufmerksamkeit. Den Drängen außerhalb der lästigen Arbeit nachzugehen ist ziemlich einfach, fokussiert zu bleiben dagegen schwer. Zumindest, wenn die Deadline länger als zehn Minuten entfernt liegt.

Wer sich dagegen einen externen Arbeitsplatz sucht, kann viele Probleme von vorneherein ausschalten. Wer sich zum Arbeiten in ein Café setzt, befindet sich in einer Umgebung ohne den ganzen persönlichen Kleinkram, der so verlockend ist und sich nicht wehren kann. Im Café sitzt man unter Fremden, die alle mit ihrem eigenen Kram beschäftigt sind. Trotzdem fühlt man sich beim Arbeiten an öffentlichen Orten auch so, als würde man die ganze Zeit unter Beobachtung stehen. Dadurch wird man automatisch fokussierter und fängt vielleicht nicht an, sich im Café-WLAN Asi-Youtube reinzuziehen.

Und auch für das Wohlbefinden im eigenen Haus ist das Verzichten auf ein Homeoffice die bessere Lösung. Wer nämlich die ganze Zeit die Arbeit in den eigenen vier Wänden umherschiebt, der muss sich wirklich Tag und Nacht damit auseinandersetzen. Eine räumliche Trennung kann nicht nur beim besseren Arbeiten helfen, sondern auch dabei, einen klaren Schlussstrich zu ziehen, wenn man fertig ist. Das Verschwimmen von Arbeit und Alltag ist im Extremfall die gefährliche Begünstigung eines Burnouts – da ist es doch besser, wenn man die Arbeitswelt zu einem klar abgetrennten Bestandteil seines Lebens macht. Und eins ist schließlich sicher: Wäre der Autor dieses Textes heute wie üblich ins Café gefahren um zu arbeiten, wäre er mit diesem Artikel garantiert wesentlich schneller fertig geworden!

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