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„Du gehst mit Deinen Eltern durch die Stadt und plötzlich steht da Dein Tinder-Date“

Täglich werden über eine Milliarde Menschen auf Tinder geswiped. Ein Swipe bedeutet „Mag ich“ oder „Mag ich nicht“- alles auf Basis eines winzigen Momentes, konstruiert von einem anderen Nutzer. Erfolg hat das Unternehmen, die Meinungen dazu reichen von „beste App wo gibt“ bis hin zu „Zerfall von Normen und Anstand“. Wir möchten das gar nicht so krass bewerten, wir möchten lieber wissen, wie sich Tindern eigentlich für Studierende anfühlt.

Hilfreich zur Seite stand uns dabei Sven* (Name von der Redaktion geändert), der Student ist und sich vor einigen Monaten bei Tinder registrierte.

Sven gibt zu, dass er sich für keinen klassischen Tinder-Nutzer hält. Über ein Foto könne man kaum etwas über die Persönlichkeit erfahren. Allerdings ist es eine einfache Alternative- bedenkt man, dass man, um so viele potentielle Partnerinnen zu treffen, sonst stundenlang durch Cafés rennen und sich Abfuhren holen müsste.

Riesige Tinder-Fails findet man bei Instagram. #tinderwahnsinn zeigt Screenshots von „Einsamer sucht Einsame zum Einsamen“ oder „Teamgeist und ausgeprägte Kommunikationsfähigkeiten“.

Klischees gibt es aber auch noch anders. So berichtet uns Sven, dass ein Tinder-Date tatsächlich von der ersten Minuten an über ihren Ex redete und sich thematisch dann weiterhangelte, indem sie über die Typen sprach, die sie seit ihrem Ex hatte.

Und Studenten-Klischees? Ja, auch die. Grundschullehramt, Lisa, 19, war in Australien, reist gerne. Die finde man dort häufiger. Aber der eine mag es, der andere nicht. Genau wie sich einige Paare noch dafür schämen, dass sie sich über Tinder kennengelernt haben. Dann wird gelogen, Ted und Robin können einpacken, es war alles so romantisch. Bei über 2 Millionen Tinder-Nutzern in Deutschland sollte man meinen, dass die gesellschaftliche Akzeptanz größer sei.

Doch für viele Menschen bleibt es zu unpersönlich und irgendwie peinlich. So auch für Sven, der eines seiner ehemaligen Tinder-Dates (eines der weniger erfolgreichen) in der Fußgängerzone seiner Heimatstadt traf- während er in Begleitung seiner Eltern war. Sagt man hallo? Winkt man? Riskiert man, dass die Eltern nachfragen? Nein zu allem.

„Wenn man etwas Festes sucht, wäre wohl eine App besser, die sich mehr mit der Persönlichkeit beschäftigt. Ein Bild zeigt keinen Charakter. Doch auch beim chatten bekommt man manchmal den völlig falschen Eindruck von einer Person und verliert sie damit zu früh oder mag sie zu sehr, nur um dann enttäuscht zu werden.“

Also doch kein Tinder? Erstmal schon. Jeder kennt es, die Auswahl ist riesig, doch das Risiko gering. Also warum nicht? Denn es gibt sie ja, die Erfolgsgeschichten. Tinder oder andere Datingapps zu löschen bringt wohl nur etwas, wenn man a) in einer Beziehung ist oder b) stattdessen im echten Leben mehr Leute anspricht und sein Glück sucht. Aber wenn die Lisa der Träume nun mal nicht studiert, triffst du sie nicht in der Uni. Wohnt sie in einem anderen Stadtteil, triffst du sie vielleicht nie auf der Straße. Spricht sie kein Denglish, siehst du ihr ihre Auslandserfahrung nicht an und findest sie vielleicht gar nicht interessant.

Also, einen Versuch ist es wert.

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