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Fußball und Politik: Darf man gleichzeitig Mitglied beim HSV und in der AfD sein?

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Lassen sich die Werte der Alternative für Deutschland mit den Werten eines Fußballvereins verbinden? Diese Frage wird am 18.02.2018 auf der Mitgliederversammlung des Hamburger Sportvereins gestellt. Damit ist der Verein zwar nicht der erste, der dieses Fass aufmacht, doch als Magazin für Hamburg, wollen wir euch die Karten auf den Tisch legen und eure Meinung hören.

Was bisher geschah:
Der Vorsitzende des Seniorenrates, Peter Gottschalk, möchte Mitglieder der AfD oder Menschen mit ähnlicher Gesinnung nicht als Mitglieder des HSV sehen. Er spricht sich gegen Rassismus und für Toleranz und Solidarität aus. Auch der Vereinschef von Eintracht Frankfurt, Peter Fischer, gab im Dezember ein Interview, in dem er die Politik der AfD für unvereinbar mit der Vereinssatzung erklärte. In Frankfurt findet die Mitgliederversammlung bereits diesen Sonntag (28.01.) statt.

Wie werden sich die HSV-Mitglieder entscheiden?

Wie reagiert die AfD:
Peter Fischer wird mittels einer Strafanzeige Verleumdung, Beleidigung und üble Nachrede vorgeworfen. Wie sich die Beteiligten auf der Mitgliederversammlung verhalten werden, bleibt abzuwarten.
Im Falle des HSV zeigt sich die AfD entsetzt über die Pläne. Der stellvertretende Bundesvorstand der AfD, Kay Gottschalk (keine Verwandtschaft zu Peter Gottschalk), ist langjähriges HSV-Mitglied und hat angekündigt, auf der Mitgliederversammlung am 18.02. Stellung zu beziehen.

Ist ein Ausschluss überhaupt möglich:
Wird der Antrag zum Ausschluss von AfD-Mitgliedern angenommen, heißt das noch lange nicht, dass er auch umgesetzt werden kann. Denn Parteimitgliedschaften müssen nicht öffentlich gemacht werden und eine Überprüfung der Gesinnung als Bedingung für eine Mitgliedschaft scheint ebenfalls nicht umsetzbar zu sein.

Alle fragen sich „Darf man das?“

Meinung der Autorin:
Sofern einem Vereinsmitglied nachgewiesen werden kann, dass es vereinsschädigend handelt, sollte ein Ausschluss möglich sein. Die Mitgliedschaft im Verein jedoch generell abzulehnen, ist ein voreiliger und unproduktiver Vorstoß. Einzelne Ausschlussverfahren, die begründete Urteile hervorbringen, dürften einen viel höheren Wert haben. Ironischerweise bietet genau Kay Gottschalk, der sich so empört zeigte, viel Angriffsfläche für diese Methode. Gerade erst rief er zu einem Boykott türkischer Geschäfte in Deutschland auf (Begründung: 70% dieser Menschen würden Erdogan unterstützen). Mittlerweile hat er sich entschuldigt, trotzdem kann man an diesem Fall viel eher eine Debatte über die Werte des HSV anstoßen, als mit einer generellen Verurteilung aller AfD-Mitglieder.

Eure Meinung:
Je näher der 18.02. rückt, umso mehr wird dieses Thema polarisieren. Wir möchten eure Meinungen hören. Was haltet ihr von der Idee, AfD-Mitglieder auszuschließen? Seid ihr vielleicht sogar HSV-Mitglieder und werdet euch am 18.02. an der Debatte beteiligen?
Schreibt uns in den Kommentaren, bei Facebook oder an campus@studentsstudents.de!

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