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Abschaffen bitte: Warum wir den verkaufsoffenen Sonntag nicht brauchen

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Am vergangenen Sonntag war es wieder einmal soweit: Zahlreiche Geschäfte und Einkaufszentren hatten in Hamburg an einem eigentlich freien Tag geöffnet. Wie üblich tingelte auch dieses Mal wieder eine riesige Anzahl Besucher in die Innenstadt, laut City-Managerin Brigitte Engler strömten mehr als 400.000 Menschen in die Läden. Aber warum eigentlich? Was genau macht den verkaufsoffenen Sonntag zu einem besseren Shopping-Tag als jeden anderen Tag in der Woche? Und brauchen wir einen verkaufsoffenen Sonntag überhaupt?

Die Suche nach dem Sinn eines solchen Tages wirft besonders viele Fragen auf, denn de facto gibt es diesen aus Sicht der Käufer eigentlich kaum. Natürlich gibt es auch Menschen, die aufgrund ihrer Arbeitszeiten nur an einem Sonntag endlich mal entspannt mit der Familie shoppen gehen können, die enorme Anzahl an Besuchern erklärt das aber nicht. Die Geschäfte sind noch immer die selben wie am Tag davor, die darin arbeitenden Menschen auch und die angebotenen Produkte ebenfalls. Der tatsächliche Grund, aus dem die Bevölkerung am verkaufsoffenen Sonntag so zahlreich in die Innenstadt strömt, kann also nur an der Tatsache liegen, dass hier unter dem Vorwand eines ungewöhnlichen Wochentags etwas Besonderes vorgegaukelt wird. Die Betreiber der Geschäfte freut das ungemein, alle anderen können aus einem verkaufsoffenen Sonntag aber eigentlich keinen Mehrwert gewinnen.

Online Shopping
Life Hack: Shoppen kann man am Sonntag auch online.

Teilweise ist sogar das Gegenteil der Fall, wenn man sein Augenmerk einmal auf die Menschen richtet, die auf ihre Freizeit verzichten und arbeiten müssen. Immerhin gibt es an diesem Tag für die Verkäufer meist einen Gehaltszuschlag, abseits davon freut sich aber sicher kaum einer, den freien Tag auf der Arbeit verbringen zu müssen, noch dazu mit einer solch gewaltigen Anzahl an Kunden. Der Konsum-Wahnsinn des verkaufsoffenen Sonntags geht deswegen vor allem auf die Kosten derjenigen, die dafür ihr wohlverdientes Wochenende aufgeben müssen.

Verkäuferin
Am freien Tag arbeitet niemand gerne.

Letztendlich ist der verkaufsoffene Sonntag nur ein Marketing-Gag, der höchstens denjenigen Käufern nützt, die am Samstag vergessen haben, ausreichend Lebensmittel einzukaufen. Anstatt jedes Mal wieder blind in die Stadt zu stürmen, wenn die Läden zu ungewöhnlichen Zeiten geöffnet haben, sollten wir uns fragen, ob wir wirklich einen Vorteil davon haben, an diesem Tag shoppen zu gehen. In vielen anderen Ländern sind geöffnete Geschäfte auch am Sonntag gang und gebe. Aber: Es hat einen guten Grund, dass das in Deutschland nicht der Fall ist. Der Sonntag gibt uns die Möglichkeit, in unserer rasenden Gesellschaft einmal zur Ruhe zu kommen und uns den Dingen zu widmen, die uns guttun. Wir sollten an diesem Tag den Menschen danken, die in Krankenhäusern oder im Rettungsdienst arbeiten und ihre essentiellen Dienste auch leisten, wenn die meisten Menschen eigentlich frei haben. Aber ein verkaufsoffener Sonntag mit verzichtbaren Geschäften, für den hunderte Arbeiter ihren kostbaren Freiraum aufgeben müssen? Den braucht niemand.

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