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Erster Einstieg in die Wissenschaft? So ist ein Job als Tutor

Wir alle leben nicht von Luft und Liebe, auch wenn uns das BAföG-Amt das gerne genau so erklären würde. Wer sein Studium über längere Zeit finanzieren möchte, muss entweder auf großzügige Eltern, Stipendien oder eben einen Job setzen. Und Arbeitsstellen für Studierende gibt es da draußen wahrlich genug. Die Jobs reichen vom Kellnern bis hin zur Aushilfe in der Anwaltskanzlei, sind in den allermeisten Fällen eher mittelgut bezahlt, können bei passender Wahl aber auch bereits als gute Argumente im Lebenslauf dienen. Wer ins Marketing gehen möchte, erledigt vielleicht einige Büroaufgaben in einer entsprechenden Agentur, wer Musiker werden will, gibt neben der Uni Klavierunterricht. Wer also in die Wissenschaft will, kann sich durchaus empfehlen, indem er während dem Studium schon Jobs an der Uni annimmt. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten – Stellen für wissenschaftliche Hilfskräfte werden oft an Studierende vergeben, sind aber oft enorm rar. Etwas breiter wird der Markt, wenn es um Tutorien geht.

Dass Studierende sich gegenseitig helfen sollte Grundsatz eines guten Umgangs mit den Kommilitonen sein. Umso schöner ist es da doch, wenn man dafür obendrein noch bezahlt wird und niedrigere Semester unterstützen kann. Tutorien können dabei auf ganz unterschiedliche Art und Weise ausfallen. Am komplexesten zu unterrichten sind dabei sicherlich diejenigen, die sich auf ein bestimmtes Fach beziehen und Inhalte besser erklären sollen – sie sind quasi wie von der Uni angelegte Nachhilfestunden konzipiert. Um ein solches Tutorium anzunehmen, braucht es definitiv etwas an fachlicher Stabilität. Wer aber Angst vor einem solchen Tutorium hat, nur weil er nicht bis in die hintersten Winkel jedes kleinste Detail des Stoffs auswendig rezitieren kann, der muss deswegen nicht vor einem Tutorium zurückschrecken. Schließlich haben diejenigen, die man unterrichtet, ja noch weniger Ahnung als man selbst. Außerdem ist es eher wichtig, ein Grundverständnis für die Struktur und Erarbeitung von Problemen zu besitzen, denn faktische Details lassen sich auch einfach im Lehrbuch nachschlagen. Und wenn es doch mal akute Probleme gibt, ist es absolut keine Schande, mal beim zuständigen Dozenten nachzufragen. Wer ein solches Tutorium gibt, lernt deshalb oft auch nochmal mit – denn wer erinnert sich noch an alle Details aus einem Grundkurs, den er vor drei Jahren mal besucht hat? Ein fachliches Tutorium macht sich für eine wissenschaftliche Karriere definitiv super im Lebenslauf und sorgt auch gleichzeitig für einen etwas näheren Kontakt zu den Lehrkräften eures Fachs.

„Das kriegen wir hin!“

Natürlich gibt es aber auch noch andere Tutorien, die zwar nicht unbedingt direkt mit eurem Fach zusammenhängen, aber trotzdem eine essenzielle Aufgabe in eurem Fach erfüllen. Zentral sind zum Beispiel die Tutorien der Orientierungseinheit, die tatsächlich in einigen Fachbereichen auch bezahlt werden. Hier wird euch die wichtige Mission zuteil, die Erstis gut in die Welt des Studiums einzuweisen und einen ersten Überblick über die anstehenden Jahre zu geben. Diese Aufgabe ist anspruchsvoller, als man vielleicht denken mag – Party muss natürlich sein, aber die Kunst ist, zwischen diese durchzechten Nächte auch noch sinnvolle Inhalte zu integrieren. Außerdem gibt es in manchen Studiengängen, die sich weniger um eine konkrete fachliche Unterstützung der Studierenden kümmern, sondern vielmehr als mentale Unterstützung in allen Lebenslagen dienen. So beschäftigen sich manche Tutorien mit Fragen zu Themen wie beruflichen Perspektiven, Hausarbeit-Organisation oder dem Zurechtfinden in überfordernden Studienphasen. Mit solchen Aktivitäten sammelt ihr zwar keine direkten fachlichen Erfahrungen, eure Sozialkompetenz wird aber dennoch herausgefordert und ihr seid obendrein von der Uni angestellt. So kann sich ein Tutorium für den Lebenslauf auch aus dieser Perspektive lohnen.

In erster Linie kann ein Tutorium aber eine wunderbare Erfahrung sein, um mit Kommilitonen in Kontakt zu treten, die ansonsten vielleicht eher außerhalb der eigenen Reichweite liegen. Wer Tutor wird, der bringt nicht nur anderen etwas bei, sondern lernt in diesem Prozess auch selbst ganz viel, lernt eigene Lücken kennen und findet vielleicht auch Kompetenzen, die er in sich gar nicht vermutet hätte. So kann ein Tutorium zu einer wertvollen Erfahrung werden, die man so außerhalb der Uni wahrscheinlich nie wieder haben wird.

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