StudentsStudents Hamburg

Auf der Suche nach Perspektive: 5 Typen von Berufsmessebesuchern

Schon in der Schulzeit werden wir schnell mit dem Alltag von Berufsmessen vertraut gemacht: Immer wieder buhlen die verschiedensten Aussteller um unsere Aufmerksamkeit, locken uns mit exorbitanten Einstiegsgehältern, coolem Start-Up-Feeling oder Gratis-Kugelschreibern. Es gibt Messen zu allen möglichen Themen: Manche repräsentieren Unternehmen, andere werben für Hochschulen und wieder andere ermutigen uns dazu, irgendwo im Ausland was Soziales zu machen. Dennoch zeichnen sich bei den Besuchern stets gewisse Muster ab, die immer und immer wieder zutreffen. Die folgenden fünf Typen hast du auf Berufsmessen bestimmt schonmal getroffen.

1. Der vorbildliche Bewerber

Dieser Besuchertyp geht nicht auf eine Messe, um sich erstmal eine grobe Orientierung zu verschaffen, sondern weiß schon längst, wohin er möchte. Zielstrebig steuert er im völligen Overdress-Overkill mit gebügeltem Sakko und Anzughose auf den Stand eines bestimmten Unternehmens zu, lächelt im Gespräch mit gruseliger Konstanz, vergisst nicht, seine drei Harvard-Abschlüsse mindestens fünf Mal zu erwähnen und hat obendrein einen Lebenslauf in einer schicken Bewerbungsmappe dabei, die er für viel zu viel Geld im privaten Schreibwarenladen in Altona gekauft hat. Optional hat der vorbildliche Bewerber seine Kontaktdaten sogar auf einer glänzenden Visitenkarte festgehalten, die er seinem Gegenüber stolz präsentiert. Das Resultat solcher Begegnungen kann auf zweierlei Arten verlaufen: Entweder nehmen die Standbetreiber die akribisch aufgeschriebene Bewerbung nur mühselig lächelnd entgegen und lassen sie daraufhin gleich im Papierkorb der übereifrigen Fälle verschwinden. Oder aber sie sind von der augenscheinlichen Kompetenz des Bewerbers so überwältigt, dass sie den Stand verlassen und lieber ihn die Arbeit machen lassen.

2. Die Vorhut im Orientierungsdschungel

Dieser Typ ist im Grunde das komplette Gegenteil des übereifrigen Bewerbers. Er war schon auf 26 verschiedenen Berufsmessen und hat trotzdem noch immer keine Ahnung, was er eigentlich machen will. Man erkennt ihn daran, dass er mit Schlabber-Hoodie und Jogginghose ziellos durch die Gänge der Aussteller wandert, nie jemanden anspricht und nach einer halben Stunde wieder geht. Danach fühlt er sich zwar besser, weil er etwas für seine berufliche Orientierung getan hat, realisiert aber schnell, dass er vielleicht noch eine Messe besuchen sollte, um „erstmal einen Überblick zu gewinnen“.

3. Der Profiteur

Natürlich geht man auf Berufsmessen in erster Linie, um einen Job zu finden, mit dem man sich später finanziell über Wasser halten kann, aber einige besonders findige Messebesucher haben erkannt, dass sogar die Messen selbst schon reichen können, um mit ordentlich Gewinn voranschreiten zu können. Sie besuchen Stände nur, um Gratis-Geschenke abzustauben, essen alle Geschmacksproben der großen Lebensmittelkonzerne ganz allein auf und würgen alle Gespräche mit der Frage ab, ob dieser Jutebeutel kostenlos sei. Der Profiteur ist Dauergast auf jeder Messe und das wahrscheinlich bis an sein Lebensende – und das kurioserweise, obwohl er deswegen eigentlich gar nicht arbeiten muss.

4. Der Angsthase

Unendlich viele Menschen, ein riesiger Markt der Möglichkeiten, andauernd penetranter Werbequatsch – wer keine Nerven aus Stahl hat, der kann von Berufsmessen gerne mal überfordert sein. Sehr ungünstig ist es dann, wenn man wie der Angsthase ist. Er weiß eigentlich ganz gut, welche Angebote ihn interessieren, nimmt aber nur klammheimlich Flyer mit nach Hause und traut sich ansonsten kaum, Nachfragen zu stellen, die ihm eigentlich auf den Lippen brennen. So entscheidet er sich ganz allein für einen Karriereweg – und merkt dann nach drei Jahren, dass er einfach mal hätte fragen sollen.

5. Der proletarische Unternehmer

Dieser Typ kommt nicht auf Berufsmessen, um nach Perspektiven für sich selbst zu suchen, sondern will im Gegenteil sein eigenes Start-Up voranbringen. Er erzählt ausstellenden Unternehmen, dass sie ja gar nicht hier stehen müssten, wenn sie für ihn arbeiten würden. Seinen innovativen Quinoa-Fertiggerichten gehören schließlich die Zukunft, er benötige nur noch ein ausreichendes Startkapital, was aber nur „eine triviale Formalität“ sei. Meist erntet er mit seiner einseitig bedruckten Visitenkarte, auf der in großen Lettern die Berufsbezeichnung „CEO“ prangt, nur müde Reaktionen. Die Branche ist halt einfach noch nicht bereit für seine visionären Ideen.

Welche Menschen erlebt ihr so auf Berufsmessen? Schreibt es uns in die Kommentare!

Facebookredditpinterestmail
Facebookrss

1 Comment

  1. Student 5. Juni 2019 at 18:27

    Mich, der von der Schule gezwungen wurde auf so eine Messe zu gehen.
    Der aber eigentlich keinen Bock auf so ein bescheuertes Werben hat, da es um das Leben geht und man es nicht von ein paar tollen Sprüchen von Standbetreibern beeinflussen lassen sollte.

Schreibe einen Kommentar