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Noch einmal Ersti sein…

Erstis

Alle Jahre wieder wird die Uni mit neuen Erstsemestern vollgespült. Ersti-Gruppen erkennt man grundsätzlich an den großen Augen ihrer Mitläufer, den andauernden Gesprächen über Auslandsjahre in Australien und meistens der Flasche Bier, die alle mit sich herumtragen. Für Erstis ist das ganze Erlebnis Universität ein völlig neues. Wer vorher noch nie studiert hat, ist mitunter mit so viel neuen Strukturen überfordert, aber gleichsam ob der neuen Selbstständigkeit begeistert. Wer das erste Mal an eine Uni geht, der sieht das Leben durch eine rosarote Brille und blickt allen neuen Herausforderungen zwar mit gewisser Ehrfurcht, aber auch großer Motivation entgegen. Als erfahrener Studi stellt man sich da schon manchmal vor, noch einmal der Rolle des unerfahrenen Novizen zu stecken. Aber ist das wirklich das, was wir wollen?

Ja, Ersti zu sein ist schon irgendwie toll. Die Ersti-Woche ist für manche die coolste Woche der ganzen Universitätskarriere. Alles ist neu und aufregend, über Prüfungen oder Hausarbeiten muss sich noch niemand Gedanken machen, alle sind freundlich zueinander und gespannt sich kennenzulernen. Vielleicht das erste Mal in einer großen Gruppe von Menschen zu stehen, die alle die gleiche Leidenschaft wie man selbst verfolgen, kann eine unheimliche Bereicherung sein. Als Erstsemester tritt man in eine neue Welt ein – und doch ist der glorifizierte Rückblick auf die eigene Vergangenheit trügerisch. Zum Erstsemester werden heißt eben nicht nur, Spaß in der Orientierungsphase zu haben.

Erinnert ihr euch zum Beispiel noch daran, wie ihr das erste Mal versucht habt, den Modulplan zu durchschauen? Wie ihr versucht habt, das System von Stine zu begreifen? Wie ihr nicht wusstet, wen ihr fragen müsst, wenn ihr ins Ausland wollt? Ein neues Studium anzufangen bedeutet fast zwangsläufig erst einmal Überforderung. Da ist es doch auch angenehm, als das als erfahrenes Semester gewisse Probleme mit etwas mehr Gelassenheit betrachten zu können.

Und erinnert ihr euch noch an die ganzen schrecklichen Grundkurse, die ihr am Anfang des Studiums machen musstet? Als ihr bei eurer Studienwahl das erste Mal in Vorlesungsverzeichnissen gestöbert habt, habt ihr bestimmt geglaubt, dass ihr all die coolen Seminare mit den wahnsinnig interessanten Titeln gleich von Anfang an machen könnt. Dabei musstet ihr euch eine Zeit lang erstmal durch unfassbar dröges Grundlagen-Gedöns und nervige Klausuren quälen, bevor ihr den wirklich spannenden Kram anhören konntet. Das muss doch nun wirklich sein. Also macht euch keinen Stress, das früher alles besser war, nur weil es damals vielleicht noch ungewohnter wirkte. Neunti zu sein hat schon seine Vorteile.

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