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Wissenschaftliche Tagungen: Was sie euch bringen können

Je nachdem, wie kompetent die Dozenten des eigenen Instituts so agieren, ist man manchmal geneigt, angesichts jahrzehntelanger Wissenschaftskarrieren etwas in respektvoller Ehrfurcht zu versinken. Dass man irgendwann mal auf dem Wissenslevel eines unnachgiebig forschenden Professors sein könnte, kann durchaus mal wie ein Ding der Unmöglichkeit erscheinen. Wenn man aber doch mal einen Blick in die Arbeit solcher Urgesteine werfen möchte, dann gibt es dazu Möglichkeiten, die außerhalb der üblichen Vorlesungen liegen. Eine davon ist die wissenschaftliche Tagung – die Spitze des Elfenbeinturms, eine Zelebrierung der eigenen geistigen Überlegenheit und der intellektuelle Austausch neuer Gedankengänge.

Das Schöne an Tagungen ist, dass sie meistens auch für Studis geöffnet sind. Eine Voranmeldung ist manchmal erwünscht, grundsätzlich dürfte eine Teilnahme begeisterter Studis aber mit offenen Armen angenommen werden. Tagungen sind deshalb der ideale Ort, um einmal live die Welt der hohen Wissenschaft kennenzulernen. Womit beschäftigen sich die Forscherinnen und Forscher ganz aktuell? Was sind vielleicht Entwicklungen, die in den nächsten Jahren zur neuen Grundlage vieler anderer Arbeiten werden könnten? Woran arbeiten eigentlich Menschen aus anderen Städten oder Ländern? Gibt es vielleicht interdisziplinäre Verbindungen zu meinem Studienfach, die ich vorher noch gar nicht wahrgenommen habe? Tagungen sind ein Treffpunkt begeisterter Fachfreunde, die sich für ein paar Tage intensiv mit einem Thema widmen und dabei selbst noch viel lernen.

Es kann schon abschreckend sein, das erste Mal eine Tagung zu besuchen. Wahrscheinlich kennen sich die meisten um einen herum viel besser mit dem Tagungsthema aus als man selbst, die Vorträge sind bisweilen anstrengend und sehr verkopft, außerdem stellt das Auditorium immer so intelligente Fragen, auf die man selbst auch gern gekommen wäre. Die Prämisse ist hier, sich nicht abschrecken zu lassen. Es ist überhaupt nicht schlimm, auf einer Tagung einfach als stiller Zuhörer aufzutreten. Keiner erwartet von euch, dass ihr sofort die neue Relativitätstheorie aufstellt. Lasst es also ruhig angehen, versucht den interessanten Vorträgen zu folgen und kümmert euch nicht, wenn ihr zwischendurch mal innerlich abschaltet – das tut fast jeder irgendwann mal. Wenn euch etwas Kluges einfällt, könnt ihr ja Fragen, das bringt schon echt viele Bonuspunkte.

Traut euch also ruhig, auch mal den Blick nach oben zu wagen und setzt euch in Veranstaltungen, die außerhalb eures Trotts liegen. Verlieren könnt ihr dabei eigentlich nicht – aber ganz viel gewinnen.

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